Das Ungleichgewicht unserer Branche

Die unterschiedliche Behandlung von Mann und Frau – ist gefühlt und real ein Dauerthema. Begriffe wie Gender Pay Gap, Lohn(un)gleichheit, sowieso Gleichbehandlung und der Ruf nach Frauen in Führungspositionen ist uns allen nur zu gut bekannt. Vielleicht so bekannt, dass wir mittlerweile abgestumpft sind?

Vor rund einem Monat wurde die von den Rostocker Wissenschaftlerinnen Professorin Elizabeth Prommer und Dr. Christine Linke in Berlin durchgeführte Studie zum Thema Ausgeblendet – Frauen im deutschen Film und Fernsehen präsentiert. Und die vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass all die Diskussionen und Berichte zum Thema Ungleichbehandlung gerechtfertigt sind. Unsere Branche wirkt in dieser Hinsicht erschreckend stereotyp, traditionell und wenig fortschrittlich!

Entertainment, Fernsehen und Film, hier werden Rollenbilder geschaffen. Rollenklischees in denen Frauen zumeist jung, hübsch und dekorativ sind. Jung heißt hier maximal Ende 20, denn ab 30 verschwinden sie sukzessive vom Bildschirm und von der Leinwand. Und dies gilt für alle Sender und Genres gleichermaßen. Dagegen steht der starke und kluge Mann, der bis ins hohe Alter die entscheidendsten Rollen spielt und dem dabei zumeist eine überverhältnismäßig jüngere Ehefrau zur Seite gestellt wird. Welches gesellschaftliche Bild wollen wir damit erschaffen?

Und diese Rollenbilder sollen sich offensichtlich schon in den Köpfen unserer Kinder festsetzen. Denn die Studie hat ebenfalls herausgefunden, dass selbst im Kinderfernsehen die Cliquenanführer zu 80% männlich sind und auch Wissensendungen von den Herren dominiert werden. Um das Klischee abzurunden: drei Viertel der weiblichen Körper in Zeichentrickserien haben eine so schmale Taille, dass Rippen und Organe gar keinen Platz finden würden. Demgegenüber werden aber nur 25 Prozent der männlichen Körper zu schmal gezeichnet. Unsere Kinder erfahren also bereits von Beginn an, wie ein Junge und wie ein Mädchen vermeintlich auszusehen und sich zu benehmen haben.

Natürlich spiegeln sich die Rollenklischees nicht nur in der optischen Darstellung wieder. Auch die inhaltliche Positionierung ist deutlich: der Mann erklärt die Welt. Sie sind die Experten, die Journalisten, Sprecher und die Gameshow-Hosts. In Zahlen ausgedrückt: In deutschen Fernsehserien sind 62 Prozent der Hauptakteure Männer. Bei Informationsprogrammen sind es gar 68 Prozent und wenn Experten zu Wort kommen, dann sind es in 79 Prozent der Fälle die männlichen Kollegen. Caster Clemens Erbach sagt dazu: „Irgendwo ist in den Köpfen verankert, dass Ärzte und Anwälte grundsätzlich von Männern gespielt werden sollen und so fndet man es häufig auch in den ersten Drehbuchfassungen. Das ist natürlich völliger Quatsch und spiegelt mitnichten die gesellschaftliche Realität wieder!

Die Frau wird somit einfach nicht authentisch dargestellt und statt ein Spiegelbild unserer Gesellschaft zu zeigen, werden weiterhin veraltete Rollen- und Geschlechterbilder in die Köpfe der Zuschauer zementiert. Bereits 2017 stand in der Berliner Zeitung in einem Artikel von Melanie Reinsch: „Auf den Bildschirmen sind Frauen nur zu 30 Prozent sichtbar, während sie doch eigentlich die Hälfte der Gesamtbevölkerung vertreten.Wo sind also all diese Frauen wenn wir die Flimmerkiste einschalten oder ins Kino gehen?

Nicht zu vergessen die vielen kritischen Äußerungen der Schauspielerinnen, die diese Ungleichbehandlung schon oft öffentlich angesprochen haben. Denn gänzlich neu ist diese Diskussion in der Schauspiel- und Medienbranche sicher nicht. Und „me-too“ mal ganz außen vorgelassen! Schauspielerin Nina Vorbrodt sagte 2015 in einem Interview „…als Frau hat man es auf jeden Fall in der Schauspielbranche sehr schwer, denn in jedem Film, in jeder Serie gibt es grundsätzlich überwiegend Männerrollen, so wie es auch überwiegend Regisseure, Kameramänner, Tonmeister, Beleuchter etc. gibt. Da ist noch viel Handlungsbedarf, was die Gleichstellung von Frauen und Männern betrifft.“ Damit hat Nina vollkommen Recht. Denn tatsächlich arbeiten auch weniger Frauen hinter der Kamera. Und natürlich verdienen sie weniger als ihre männlichen Kollegen – wen wundert das noch?

Mit Hilfe der Auswertung von 3.500 Stunden Fernsehen und 800 deutschen Kinofilmen hat man nun die Daten vorliegen, welche diese Äußerungen und Wahrnehmungen untermauern. Und ganz offenbar haben wir hier noch einiges zutun. Für uns erschreckend und zugleich der Auslöser drüber zu schreiben, ganz egal ob das Thema dem ein oder anderen schon zu den Ohren raushängt! Eine Folgestudie wird 2021 neue Erkenntnise liefern – und zeigen ob sich was verändert hat!

Wir hoffen, dass sich in unserer und allen anderen Branchen ein gesundes Gleichgewicht sowie ein stärkeres Bewusstsein einstellen wird.

Lasst uns wie immer eure Gedanken und Meinung zum Thema wissen.

 

Instagram in der Schauspielbranche – ein Blick auf das soziale Netzwerk

Egal ob Hobbyfotograf, Ernährungsjunkie, Mamablogger oder professioneller Influencer – auf den sozialen Medien ist alles und jeder vertreten. Der Begriff Social Media ist nicht mehr wegzudenken und ein Dauerthema, positiv sowie kritisch betrachtet. Und auch im Schauspiel bekommt der digitale Auftritt eine immer größere Rolle. Dabei rückt vor allem Instagram, welches Facebook als die beliebteste Plattform immer mehr ablöst, in den Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit. Im Oktober 2010 gegründet, wurde das Netzwerk im April 2012 für 1 Milliarde Dollar von Facebook aufgekauft. Zu diesem Zeitpunkt hatte Instagram 30 Millionen Nutzer, heute sind es pro Tag 500 Millionen und 1 Milliarde monatlich.

Ein ziemlich beliebtes Netzwerk also, welches schon lange nicht mehr als reine Freizeitbeschäftigung genutzt wird. Firmen, Persönlichkeiten, Unternehmer, TV-Serien, Verlage etc. – sie alle nutzen Instagram aus hauptsächlich einem Grund: Marketing. Denn mit vielen Followern ist man automatisch viel erfolgreicher, so die allgemeine Annahme. Ob nun Social Media Fan oder nicht, man sollte sich mit dem Netzwerk auseinandersetzen. Denn nicht von der Hand zu weisen ist, dass immer mehr Jobs, zum Beispiel in der Modelszene, anhand von Followerstatistiken vergeben werden. Diese Vorgehensweise der Besetzung findet scheinbar, wenn auch bis jetzt noch seltener, im Schauspiel ebenfalls Einzug. Der „GZSZ“-Darsteller Sascha Pederiva (@saschapederiva) sagte dazu in einem InterviewEin Beispiel: Wenn sich zwei Schauspieler mit ähnlichen Referenzen gegenüberstehen – der eine mit 5.000 Followern, der andere mit 50.000 – werden sie meiner Meinung nach natürlich den mit der größeren Reichweite nehmen, weil er mit der Produktion einfach viel mehr Menschen erreicht.“ Eine absolut logische Schlussfolgerung und nachvollziehbare Vorgehensweise. Auch wenn dies nicht unbedingt eine qualitative Entwicklung ist, denn nur weil jemand eine größere Community hat, ist er oder sie nicht automatisch in seinem Job begabter. Trotzdem scheint Instagram unverzichtbar geworden zu sein. Auf dem Blog der Theaterakademie Köln lässt sich sogar lesen: „Für Schauspieler/Schauspielerin ist diese Social Media Plattform Pflicht“. „Instagram in der Schauspielbranche – ein Blick auf das soziale Netzwerk“ weiterlesen

Networking auf Branchenevents


Heute beginnen die 69. Internationalen Filmfestspiele Berlin und sind – wie jedes Jahr – gesäumt von Agenturempfängen, Partys und sonstigen Events. 
Die ganze Branche kommt zusammen; ein großes Klassentreffen, mit all jenen, die man bereits kennt. Aber wie nutzt man solche Veranstaltungen, um neue Leute kennen zu lernen und zum Beispiel CasterInnen positiv im Gedächtnis zu bleiben?

“Wenn man Branchenevents gut für sich nutzen kann, sind sie unbedingt sinnvoll. Wenn nicht ggf. sogar schädlich”, sagt Alina Gause, Beraterin für KünstlerInnen und Dozentin am iSFF.
Denn wer seinem eigenen, natürlichen Gefühl für passende und angemessene Kontaktaufnahme, das im Alltag meist automatisch gut funktioniert, auf Branchenveranstaltungen nicht vertraut oder glaubt, es überwinden zu müssen, wirkt schnell unsicher und macht im schlimmsten Fall eher einen schlechten Eindruck.
In Alina Gauses Workshop “Die dritte Person” – Anbieten ohne Anbiedern, stellen die TeilnehmerInnen darum typische Situationen solcher Events nach um aufzuzeigen, “wie unpassend Verhaltensweisen sein können, die Schauspielern gerne empfohlen werden oder die sie selbst für zielführend halten, wie “Hartnäckig bleiben”, “Überall sein”, “Auffallen”…”, erzählt Gause.

Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer, locker und entspannt ins Gespräch zu kommen, schließlich „Networking auf Branchenevents“ weiterlesen

e-casting Tipps vom Profi

Netzwerk Schauspiel, das sind Julia und Johannes, zwei Schauspiel-Profis, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Informationen rund ums Thema Casting zusammenzutragen, aus eigener Erfahrung aber auch aus erster Hand von den CasterInnen. 
Logisch, dass wir das unterstützen! 

International ist das e-casting längst zum Alltag geworden und SchauspielerInnen reagieren schnell und unkompliziert auf e-casting-Einladungen, erzählt z. B. Casting Direktor Marc Schötteldreier im Interview.

Damit das Thema in Zukunft auch bei uns leichter von der Hand geht, startet Netzwerk Schauspiel mit ein paar allgemeinen Tipps rund ums e-casting, z. B.:

Worauf muss ich achten?
Welche technischen Voraussetzungen sollten erfüllt sein?
Wie bereite ich mich vor?

Schau mal rein und Du wirst Deiner nächsten e-casting Einladung bestimmt entspannter entgegen sehen:

Noch mehr Infos gibt’s im YouTube Kanal von Netzwerk Schauspiel.
Einfach abonnieren und keine Folge mehr verpassen.

 

Kinogutscheine für Schauspieler-Doku “Pink Elephants” zu gewinnen

Aufwühlende Schauspieler-Doku “Pink Elephants” ab 15. November im Kino

Nach der gestrigen Premiere in Berlin, startet der Dokumentarfilm über den amerikanischen Erfolgscoach Bernard Hiller am 15. November auch regulär im Kino.

Hiller bringt in seinen Masterclasses hoffnungsvolle Schauspieler*innen an ihre körperlichen und emotionalen Grenzen.
Euphorisierender Befreiungsschlag oder manipulative Schocktherapie?
Regisseurin Susanne Bohlmann schaut in ihrer Dokumentation hinter die Kulissen der berühmt-berüchtigten Masterclasses und findet die unterschiedlichsten Wahrheiten zum Thema Glück, Erfolg, Freiheit, Manipulation und Liebe.

Ein Muss für alle Schauspieler*innen und für alle, die mit Schauspielern*innen zu tun haben!
Unsere Verlosung von Kinogutscheinen ist beendet. 
Wer den Film auf eigene Faust sehen möchte, findet hier eine Liste der möglichen Termine und Orte.

Ist Deine Stadt noch nicht dabei?
Um den Film in Dein Wunschkino zu holen, wende Dich an den Kinobetreiber oder den Verleih:
W-film / corinna.retzke@wfilm.de / 0221 222 1991

Copyright Bilder & Trailer: W-film / Conkertreefilm 

Filmfestival Cologne 2018

HINZ UND KUNST- das Branchenevent von BFFS und filmmakers

Am vergangenen Sonntag, 07.10.2018, hat die erste Hinz und Kunst – Party von BFFS und filmmakers im Rahmen des Filmfestival Cologne ihre Premiere gefeiert.

Schauspieler*innen mit BFFS-Mitgliedschaft und filmmakers Freunde und Nutzer, Agenturen, Caster*innen, Regisseure*innen, Produzenten*innen, Caster*innen und viele mehr kamen entspannt in Köln zusammen um auf das Filmfestival anzustoßen.

Vielleicht erkennt Ihr Euch auf einem unserer Lieblingsfotos wieder…
(Fotograf: Giorgi Gedevanidze)

filmmakers Summerlounge 2018

filmmakers Summerlounge 2018 in Köln

Am 30.08.2018 haben wir bereits zum dritten Mal filmmakers Member und Freunde*innen aus der ganzen Branche eingeladen, mit uns den Sommer zu feiern und auf Augenhöhe alte Bekanntschaften aufzufrischen sowie neue zu knüpfen.
Eine schöne Tradition, die wie ein Klassentreffen Jahr für Jahr die Branche zusammen führt.