Instagram in der Schauspielbranche – ein Blick auf das soziale Netzwerk

Egal ob Hobbyfotograf, Ernährungsjunkie, Mamablogger oder professioneller Influencer – auf den sozialen Medien ist alles und jeder vertreten. Der Begriff Social Media ist nicht mehr wegzudenken und ein Dauerthema, positiv sowie kritisch betrachtet. Und auch im Schauspiel bekommt der digitale Auftritt eine immer größere Rolle. Dabei rückt vor allem Instagram, welches Facebook als die beliebteste Plattform immer mehr ablöst, in den Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit. Im Oktober 2010 gegründet, wurde das Netzwerk im April 2012 für 1 Milliarde Dollar von Facebook aufgekauft. Zu diesem Zeitpunkt hatte Instagram 30 Millionen Nutzer, heute sind es pro Tag 500 Millionen und 1 Milliarde monatlich.

Ein ziemlich beliebtes Netzwerk also, welches schon lange nicht mehr als reine Freizeitbeschäftigung genutzt wird. Firmen, Persönlichkeiten, Unternehmer, TV-Serien, Verlage etc. – sie alle nutzen Instagram aus hauptsächlich einem Grund: Marketing. Denn mit vielen Followern ist man automatisch viel erfolgreicher, so die allgemeine Annahme. Ob nun Social Media Fan oder nicht, man sollte sich mit dem Netzwerk auseinandersetzen. Denn nicht von der Hand zu weisen ist, dass immer mehr Jobs, zum Beispiel in der Modelszene, anhand von Followerstatistiken vergeben werden. Diese Vorgehensweise der Besetzung findet scheinbar, wenn auch bis jetzt noch seltener, im Schauspiel ebenfalls Einzug. Der „GZSZ“-Darsteller Sascha Pederiva (@saschapederiva) sagte dazu in einem InterviewEin Beispiel: Wenn sich zwei Schauspieler mit ähnlichen Referenzen gegenüberstehen – der eine mit 5.000 Followern, der andere mit 50.000 – werden sie meiner Meinung nach natürlich den mit der größeren Reichweite nehmen, weil er mit der Produktion einfach viel mehr Menschen erreicht.“ Eine absolut logische Schlussfolgerung und nachvollziehbare Vorgehensweise. Auch wenn dies nicht unbedingt eine qualitative Entwicklung ist, denn nur weil jemand eine größere Community hat, ist er oder sie nicht automatisch in seinem Job begabter. Trotzdem scheint Instagram unverzichtbar geworden zu sein. Auf dem Blog der Theaterakademie Köln lässt sich sogar lesen: „Für Schauspieler/Schauspielerin ist diese Social Media Plattform Pflicht“. „Instagram in der Schauspielbranche – ein Blick auf das soziale Netzwerk“ weiterlesen

Und wie läuft das mit dem Ton beim e-casting?

Ohne Ton geht gar nichts. Daher ist es natürlich schon mal gut, wenn überhaupt etwas zu hören ist.

Aber auch beim Thema Ton können ein paar Vorbereitungen dabei helfen, sich noch perfekter zu präsentieren. Worauf es also ankommt, wenn ihr auf einfache Weise mehr aus den Aufnahmen herausholen wollt, auch darüber hat Netzwerk Schauspiel sich Gedanken gemacht.

Dein Spiel, Dein Reel

Wie Du mit ein paar kleinen Kniffen Dein Reel für die Besetzungsarbeit der CasterInnen optimierst.

Das Wichtigste in Deinem Showreel bist natürlich Du. Wenn CasterInnen auf Dein Demo klicken, sind sie in der Regel schon von Deinem Look überzeugt und haben nach SchauspielerInnen gesucht, deren Eigenschaften und Fähigkeiten Du erfüllst. Nun möchte der Caster wissen, wie Du im Bewegtbild aussiehst, wie sich Deine Stimme anhört, wie Deine Ausstrahlung vor der Kamera ist und natürlich, wie Du spielst.

Um den CasterInnen, die manchmal hunderte Reels am Tag anschauen, entgegen zu kommen, können ein paar kleine Kniffe helfen, „Dein Spiel, Dein Reel“ weiterlesen

Die perfekte Ausleuchtung beim e-casting

Damit die CasterInnen Euer Spiel gut beurteilen können, ist es wichtig, dass Ihr gut zu erkennen seid. 

Am besten ist Tageslicht dafür geeignet, um richtig gut auszusehen.
Aber mit ein paar Tricks ist auch eine professionelle künstliche Beleuchtung kein Hexenwerk.

Wie Ihr Euch beim e-casting ins rechte Licht rückt, erklären Julia Beerhold und Johannes Franke von Netzwerk Schauspiel.

Das Logo des Schauspielers ist sein Gesicht

Warum ein gut ausgewähltes Profilfoto so wichtig ist. 

Manche Markenlogos erkennen wir bereits von Weitem, an den Proportionen, den Farben oder der Typographie, selbst wenn wir den Schriftzug nicht lesen können.
Kein Wunder, dass Unternehmen viel Geld und Expertise in die Entwicklung und Etablierung eines solchen Logos stecken. Denn wer so fest im Kopf des potentiellen Kunden verankert ist, kann kaum in Vergessenheit geraten.

„Das ‚Unternehmen Schauspieler’ braucht gar kein Logo zu entwickeln, denn es hat bereits das beste Logo der Welt: ein Gesicht.“, schreibt Casting Director Clemens Erbach und verweist darauf, „Das Logo des Schauspielers ist sein Gesicht“ weiterlesen

Nachgefragt: Pro & Kontra des e-castings

Auf den ersten Blick scheint das e-casting nur Vorteile zu haben: Es geht schnell, ist unkompliziert und kostengünstig und Du hast als SchauspielerIn die Kontrolle über das Material, mit dem Du Dich bewirbst.

Dennoch gibt es immer wieder Stimmen, die dagegen argumentieren.

Julia Beerhold und Johannes Franke haben sich umgehört und dich wichtigsten Pros und Kontras der CasterInnen zusammen gefasst.

In der Sommerpause drehen?

Viele SchauspielerInnen mit festem Theaterengagement haben gelegentlich Schwierigkeiten, Spielplan und Drehtage unter einen Hut zu bekommen.
Die Sommerpause kann ein ideales Zeitfenster sein, um sich frei von Theaterverpflichtungen auch für Film- und Fernsehrollen anzubieten. 

Dass Du demnächst Zeit hast, ist ein wichtiger Hinweis für die CasterInnen und damit ein guter Anlass, um ein wenig Werbung in eigener Sache zu machen.

Das kann zum Beispiel eine Mail an Deine LieblingscasterInnen sein.
Zumindest solltest Du aber sicher sein, dass Dein filmmakers Profil aktuell ist.
Schließlich bewirbst Du Dich damit Tag für Tag bei den CasterInnen, Produktionsfirmen und Sendern.

Wann? – Am besten bald.
Denn Projekte, die zwischen Juni und September gedreht werden, befinden sich vermutlich jetzt gerade in der Besetzungsphase.

 

Und wer hat’s gecastet?

Als Schauspielerdatenbank schlagen per se schon zwei Herzen in uns’rer Brust:
Eins für SchauspielerInnen, die jeden Film erst mit Leben füllen, und eins für all diejenigen hinter den Kameras, die nach dem perfekten Cast für jede Rolle suchen, die SchauspielerInnen vorschlagen, für sie kämpfen und sie schließlich besetzen: Die CasterInnen. 

Aus diesem Grund haben wir der Schauspielvita bei filmmakers ein neues Feld hinzugefügt: Den Casting Director.

Gib neben der Regie doch auch an, wer Dich für die Rolle besetzt hat.
Vielleicht fällt Dir dann erst auf, dass Du einen Fan unter den CasterInnen hast, der Dich immer wieder besetzt oder dass der ein oder andere vielleicht einmal eine Erinnerung brauchen könnte, dass es Dich noch gibt.

Auch für die CasterInnen ist es praktisch zu sehen, wenn bestimmte KollegInnen immer wieder gerne mit Dir zusammen arbeiten oder dass Du vielleicht schon viele verschiedene CasterInnen überzeugen konntest.

Als SchauspielerIn bist Du das Gesicht des Films und der Casting Director war oft der erste, der an Dich als dieses Gesicht geglaubt hat.
Die Nennung in Deiner Vita ist ein schöner Hinweis auf Eure Zusammenarbeit.

Networking auf Branchenevents


Heute beginnen die 69. Internationalen Filmfestspiele Berlin und sind – wie jedes Jahr – gesäumt von Agenturempfängen, Partys und sonstigen Events. 
Die ganze Branche kommt zusammen; ein großes Klassentreffen, mit all jenen, die man bereits kennt. Aber wie nutzt man solche Veranstaltungen, um neue Leute kennen zu lernen und zum Beispiel CasterInnen positiv im Gedächtnis zu bleiben?

“Wenn man Branchenevents gut für sich nutzen kann, sind sie unbedingt sinnvoll. Wenn nicht ggf. sogar schädlich”, sagt Alina Gause, Beraterin für KünstlerInnen und Dozentin am iSFF.
Denn wer seinem eigenen, natürlichen Gefühl für passende und angemessene Kontaktaufnahme, das im Alltag meist automatisch gut funktioniert, auf Branchenveranstaltungen nicht vertraut oder glaubt, es überwinden zu müssen, wirkt schnell unsicher und macht im schlimmsten Fall eher einen schlechten Eindruck.
In Alina Gauses Workshop “Die dritte Person” – Anbieten ohne Anbiedern, stellen die TeilnehmerInnen darum typische Situationen solcher Events nach um aufzuzeigen, “wie unpassend Verhaltensweisen sein können, die Schauspielern gerne empfohlen werden oder die sie selbst für zielführend halten, wie “Hartnäckig bleiben”, “Überall sein”, “Auffallen”…”, erzählt Gause.

Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer, locker und entspannt ins Gespräch zu kommen, schließlich „Networking auf Branchenevents“ weiterlesen

Interview mit Künstlerberaterin Alina Gause

Alina Gause ist Diplompsychologin, Autorin, Sängerin und Schauspielerin.
Ihre Expertise nutzt sie, um KünstlerInnen zu beraten, zum Beispiel als Dozentin am iSFF. 

Für unseren aktuellen Artikel, der sich – anlässlich der Berlinale – mit Networking auf Branchenveranstaltungen auseinandersetzt, hat sie uns einige Fragen beantwortet. Die Antworten darauf sind so informativ, dass wir uns nicht mit ein paar Zitaten begnügen wollen und das gesamte Interview für interessierte LeserInnen im folgenden veröffentlichen: 

Frau Gause, wie sinnvoll sind Ihrer Meinung nach Branchenevents z. B. im Rahmen von Festivals wie der Berlinale,  um als SchauspielerIn Kontakte zu CasterInnen, RegisseurInnen etc. zu knüpfen?

Wenn man sie gut für sich nutzen kann – unbedingt sinnvoll. Wenn nicht – ggfs. sogar schädlich. Dazu möchte ich erläutern, durch welche Brille ich auf die Business-Aspekte des Künstlerberufes schaue: Es gibt die Privatperson – den Vegetarier, die Katzenliebhaberin, den Bruder, die Nachbarin im Künstler. Dann gibt es die kreative Person – die spielende, erfindende, sich ausdrückende. Und schließlich die „dritte Person“, die alles bewältigen muss, was nicht eindeutig privat oder kreativ ist wie z.B. Akquise, Organisation und PR. Im besten Fall ist die „dritte Person“ der perfekte Manager, der alle drei Persönlichkeitsanteile fördert im Hinblick auf eine nachhaltige Karriere. Leider ist sie aber viel häufiger das ungeliebte schwarze Schaf des Trios, das gemieden und vernachlässigt wird. Die „dritte Person“ ist aber wie die beiden anderen ein unverzichtbarer Teil jeder Künstlerkarriere, da Arbeitgeber nur über sie kommunizieren. Also sollte man sie als Unterstützerin ins Boot holen und mit einer klaren Haltung und konkreten Aufgaben ausstatten. In dem Workshop beim ISFF erarbeiten wir das, was übrigens überaus amüsant und befreiend ist. Zurück zu Ihrer Frage: Auf einem Branchenevent ist die dritte Person im Einsatz. Je bewusster und konstruktiver sie ihren Job macht, desto sinnvoller kann sie es nutzen. Fühlt sich die „dritte Person“ wohl, bedeutet jeder Branchentreff eine Chance auf die Erweiterung des Netzwerkes um potenzielle neue Arbeitspartner.

Wie schaffe ich es, dass diese Kontakte auch langfristig halten und im Besten Fall auch berufliche Früchte tragen – also das Gespräch nicht gleich nach 5 Minuten wieder vergessen ist? 

Das Zauberwort heißt „Passung“. Finden Sie die Gesprächspartner und Themen, mit denen/für die es gegenseitiges wirkliches Interesse gibt. Nichts ist so wirksam wie ein gesunder egoistischer Antrieb: Gespräche, die uns interessante, nützliche Informationen oder ein gutes Gefühl zu uns selbst vermitteln, merken wir uns, weil wir uns gerne an sie erinnern und bei Gelegenheit auf sie zurückgreifen. Im Nachgang kann dann noch einmal daran angeknüpft werden, indem man links, Informationen oder Anregungen hinterherschickt.

Ist das Verteilen von Visitenkarten noch up to date? 

Na klar – bevor ich im Dunkeln versuche, meine Handynummer auf einen Kassenbon zu kritzeln, gebe ich doch lieber eine nette, lesbare Karte mit allen notwendigen Informationen mit, die dem Kontakt am kommenden Tag wieder in die Hände fällt. Besteht Interesse, wird er oder sie die Daten dann übertragen.

 Wie spreche ich CasterInnen und Co. auf Veranstaltungen am besten an? Wie beginne ich ein Gespräch? 

Da möchte ich mich nochmal auf die „dritte Person“ beziehen: hat man geklärt, was ihr Job und ihre Rolle auf einem solchen Event sind und eine für sich passende und angenehme Haltung dazu entwickelt, kann man auf vermeintlich erfolgreiche Strategien oder gar Floskeln verzichten. Ratschlägen zu folgen, die einem selbst nicht entsprechen, hilft niemandem: wir fühlen uns unwohl in unserer Haut und unser Gegenüber auch, denn Scham ist extrem ansteckend. Wenn man weiß, dass die „dritte Person“ auf legitimer Kontakt- oder Arbeitssuche ist, verhält man sich dementsprechend souverän in seiner Kontaktaufnahme und verirrt sich nicht darin, sich privat zu präsentieren oder die kreative Person auszuleben, was deplatziert wäre. Problematisch für SchauspielerInnen ist ja in der Regel das Gefühl, dass sie mit den anwesenden Arbeitgebern nicht auf Augenhöhe sind. Ich führe ihnen dann vor Augen, wie schnell das Bild sich wenden könnte, wenn man auf den Namensschildern die Berufsbezeichnungen (Schauspieler, Caster, Regisseur,…) tauschen würde: die Menschen wären dieselben, aber die Rollen und damit die Aufgaben vertauscht.

Gibt es No Gos?

In dem Workshop beim ISFF stellen wir typische Situationen solcher Events nach – dabei merkt man schnell, wie unpassend Verhaltensweisen sein können, die Schauspielern gerne empfohlen werden oder die viele selbst für zielführend halten: „Hartnäckig bleiben“, „Überall sein“, „Auf sich aufmerksam machen“, „Auffallen“, „Anders sein, um im Gedächtnis zu bleiben“. Das setzt SchauspielerInnen unter einen furchtbaren Druck. Es ist gar nicht nötig, sich das zuzumuten. Nochmal: auf die Passung kommt es an. Was ein „No Go“ ist, hängt vom Umfeld ab. Finden Sie Ihr Biotop, in das Ihr Verhalten, Ihr Weltbild, Ihre Sicht auf die Kunst passen und es läuft von selbst. Ich wähle gerne das plakative Beispiel eines Hardrockmusikers, der sich auch nicht am Volksmusik-Metier abarbeiten sollte. Da sind Scheitern und Frustration vorprogrammiert.

Danke. 

Beim oben angesprochenen Workshop handelt es sich um: 
“Die dritte Person” – Anbieten ohne Anbiedern
06. – 07. April 2019 beim iSFF.
Wie können Kreative für sich selbst das geeignete Sprachrohr werden? Dies legt Alina Gause in ihrem Workshop anhand von Übungen, Fallbeispielen und dem Austausch im Gespräch dar. Die TeilnehmerInnen des Workshops entwickeln neue Perspektiven und Strategien, wie sie ihr Leben als KünstlerInnen selbstbestimmt und erfüllt gestalten und ein offenes Ohr bei ihrem Gegenüber finden können.
Weitere Informationen zum Workshop